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Ein Teich für unsere Schildkröten.



Irgendwann im Frühjahr des Jahres 2003, hatten wir die blendende Idee unseren stetig wachsenden Schildkröten eine Aussenanlage zu bauen: "Komm graben wir mal schnell einen Teich im Garten und dann haben wir den ganzen Sommer Zeit uns Gedanken darüber zu machen wo wir sie im Winter unterbringen können". Gesagt, getan. Wir nahmen den Spaten und fingen gleich an. Am Anfang ging es recht locker, doch dann wurde der Lehmboden härter und noch tiefer stießen wir dann auf Schiefergestein. Was für eine Plackerei!Aber wir haben's geschafft

Wir hatten uns vorher sehr wohl über den korrekten Teichbau informiert und wussten was wichtig sei:

3 Stufen sollte er haben: in der Mitte eine Tiefe von 1 Meter, dann Flachwasser von 40cm Tiefe und eine Uferzone mit schönen Pflanzen. Eine Seerose sollte in der Mitte des Teiches blühen, viele Wasserpflanzen sollten den Algenwuchs bremsen, indem sie ihnen die Nährstoffe wegnehmen und für Sauerstoffzufuhr sorgen und vielleicht noch einige Schwimmpflanzen zur Verschönerung.

Dann nicht vergessen: einen Zaun rundherum, damit die Schildkröten nicht abhauen!





Im ersten Jahr haben wir keine Unkosten gescheut und eine Menge schöner, heller Steine gekauft, eine Seerose und zahlreiche Wasser-und Uferpflanzen. Wir warteten ab, bis die Seerose so groß war, dass die Stengel die Oberfläche erreichten und Blätter bildeten. Dann setzten wir die Schildkröten in ihre, verglichen mit dem Aquarium, riesengroße Wasserwelt.




Es sah aus, als ob sie sich gleich heimisch fühlten, schwammen neugierig umher und wir waren entzückt über soviel tierisches Glück.....ganze 2 Minuten lang, denn dann war die Seerose hin.....einfach die Stengel abgeknipst...futsch!
Auch die anderen Wasserpflanzen landeten nach und nach im Magen unserer gefrässigen Reptilien .
Später versuchte ich es noch mit Bodenpflanzen zur Algenbekämpfung.....aufgefressen! Mit Wasserlilien in der Mitte als Blickfang.....aufgefressen! Mit Wasserlinsen........




Mit der Zeit lernten wir dann, dass ein Schildkrötenteich nicht gleich "schöner Teich" bedeutet und passten ihn eben an die Bedürfnisse der Schildis an dh große Steine am Ufer zum Sonnenbaden und halt viele Uferpflanzen wie zb Pfefferminzpflanzen, Gräser und Blumen. In den ersten beiden Jahren kämpften wir arg mit Fadenalgen, die wir massenweise im Frühjahr herausfischen mussten, aber dies hat sich mittlerweile gelegt.

Vor 3 Jahren schenkte uns ein Nachbar 4 Goldfische. Wir durften uns welche aussuchen und nahmen nur die extra großen, da wir Angst hatten, die Schildkröten würden auch die Fische auf ihren Speiseplan setzen. Es klappte jedoch ganz gut und brachte Leben in den Teich.

Die Fische haben sich mittlerweile stark vermehrt, wobei ich doch annehme, dass die frisch geschlüpften nicht nur von den Eltern sondern auch von den Kröten gefressen werden. Aber da kann ich nur sagen: Gott sei Dank! sonst hätten wir eine Überbevölkerung, denn wir haben neulich 28 Stück gezählt.




Die Uferpflanzen wuchern mittlerweile ganz schön heftig. Jedes Frühjahr muss ich stark aufräumen und da die Bäume und Hecken rundum den Teich sehr viele Blätter verlieren, haben wir auch momentan ein Schlammproblem.
Wir müssen demnächst überlegen, ob wir uns nicht doch ein Netz besorgen sollen, das wir im Herbst über den Teich spannen.....

Eigentlich sollte ein gut angelegter Teich nach einigen Jahren sein biologisches Gleichgewicht gefunden haben, aber unserer ist höchstwahrscheinlich zu klein und beherbergt zuviele Tiere, vor allem zuviele Schildkröten (2 Stück ), die munter im Teichboden wühlen und ihre Exkremente im Wasser ablegen. Wir müssen ihn seit 2 Jahren leider einmal im Jahr entleeren und vom Schlamm befreien.

Das Wasser ist dann trüb und man sieht gar keine Fische, doch der Rabenvogel, der uns öfters besucht, sieht die Fische dann auch nicht. Im Frühjahr, als das Wasser klar war, hat er nämlich unsere 4 großen Goldfische geklaut!